Das HOBELLIED

Aus  „Der Verschwender“
Das Hobellied – Marlene Dietrich
http://www.youtube.com/watch?v=hxN-YqguUR8

Dieses Theaterstück spielt in drei Zeiten.
Die erste Handlung im Jahre 1833, die zweite drei Jahre
und die dritte zwanzig Jahre später.

Der Verschwender ist ein Zaubermärchen, dass als Theaterstück in 3 Aufzügen aufgeführt wird.
Der Verschwender wurde von Ferdinand Raimund in wenigen Wochen im Spätherbst des Jahres 1833 niedergeschrieben.

Das Herzstück des ganzen Geschehens wird das unsterbliche „Hobellied“, abgeklärteste Lebensweisheit, gereicht in Form eines Volksliedes.

Da streiten sich die Leut herum
Oft um den Wert des Glücks,
Der eine heißt den andern dumm,
Am End weiß keiner nix.
Da ist der allerärmste Mann
Dem andern viel zu reich.
Das Schicksal setzt den Hobel an
Und hobelt s‘ beide gleich.

Die Jugend will halt stets mit Gwalt
In allem glücklich sein,
Doch wird man nur ein bisserl alt,
Da find man sich schon drein.
Oft zankt mein Weib mit mir, o Graus!
Das bringt mich nicht in Wut.
Da klopf ich meinen Hobel aus
Und denk, du brummst mir gut!

Zeigt sich der Tod einst, mit Verlaub,
Und zupft mich: Brüderl kumm!
Da stell ich mich am Anfang taub
Und schau mich gar nicht um.
Doch sagt er: Lieber Valentin!
Mach keine Umständ! Geh!
Da leg ich meinen Hobel hin
Und sag der Welt: Adje.

Ein Tischler, wenn sein War gefällt,
Hat manche frohe Stund,
Das Glück ist doch nicht in der Welt
Mit Reichtum bloß im Bund.
Seh ich so viel zufriednen Sinn,
Da flieht mich alles Weh.
Da leg ich nicht den Hobel hin,
Sag nicht der Kunst: Adje

Ferdinand Raimund 1834

Am 20. Februar 1834 ging „Der Verschwender“ erstmals über die Josefstädter Bühne in Wien. Raimund selbst spielte den Valentin.
Der Erfolg war unbestritten; bereits am 27. April 1834 konnte das Stück seine 42. Aufführung erleben. Raimund bezog das Stück auf sein privates Leben. Jenes Glück der Familie, in dem sich Valentin im Verschwender erfreute, war ihm nicht beschieden. Raimund wurde von einer Phobie geleitet, von einem Tollwütigen Hund gebissen zu werden.
Als ihn im August 1836 ein Straßenhund anfällt, hält er diesen für tollwütig, richtet in der Nacht, bevor ihn seine Freundin nach Wien in ärztliche Behandlung bringen will, einen Revolver gegen sich und verletzt sich schwer.

Das Stück beginnt im Jagdschloß des reichen Edelmann Julius von Flottwell, der unter den anwesenden Gästen Geld verschenkt. Einige Bedienstete unterhalten sich, sie meinen „das wird eine schöne Bescherung, wenn die Betrügerein des Herrn Wolf ans Tageslicht kommen.“

In der nächsten Szene trifft Flottwells Kammerdiener Wolf einen Juwelier.
Flottwell gibt Wolf Geld, um ein Schmuckstück zu kaufen. Wolf gibt dem Juwelier weniger als dieser fordert, steckt jedoch die Differenz in seine eigene Tasche.

Nachdem der Juwelier gegangen ist, kommt Baumeister Sockel.
Dieser soll ein neues Schloß für Flottwell bauen, jedoch Wolf verhandelt mit Sockel um den Bau. Im Gespräch droht Wolf Sockel, den Bau durch einen anderen Baumeister durchführen zu lassen, wenn er nicht eine „kleine“ Provision erhält. Sockel willigt ein, da er den Bau unbedingt braucht.

Cheristiane, in Flottwell verliebte Glücksfee, unterhält sich in der nächsten Szene mit Azur, Flottwells Beschützer.

Sie opfert die letzte Perle ihrer Zauberkrone. Jede Perle, die sie einsetzte, brachte Flottwell Glück und Reichtum, doch er ist ein Verschwender und verschleudert sein ganzes Vermögen. Sie gibt Azur den Auftrag, Flottwell als Bettler zu erscheinen und auf ihn zu achten.

Cheristiane verlässt das Feenreich und besucht Flottwell auf seinem Anwesen. Sie gesteht ihm ihre wahre Identität und dass sein Glück nur von ihren Zauberperlen kommt, die jedoch schon alle aufgebraucht sind.

Im 2. Akt, 3 Jahre später, trifft Flottwell auf den als Bettler verkleideten Azur. Azur erzählt Flottwell von seinem einstigen Reichtum, den er durch pure Verschwendung verloren hat. Flottwell beschenkt den Bettler mit einigen Goldbeuteln.
Als Julius den Juwelier trifft, schenkt er den Schmuck dem Bettler, weil er ihn nicht gefällt, bezahlt jedoch den Juwelier.

Während der Juwelierszene redet Wolf mit Präsident von Klugheim, Vater von Flottwells Gelieben Amalie. Er erzählt Klugheim, dass Flottwell Amalie nach England entführen und ihr Vermögen stehlen will, was jedoch nicht stimmt. Klugheim bezahlt Wolf diese Nachricht reichlich.

Klugheim und Amalie treffen auf Flottwell, wo Klugheim Flottwell die Lügen unterbreitet, die er von Wolf bekommen hat. Wolf hat zur gleichen Zeit einen Streit mit Valentins Frau Rosa. Wolf will Rosa zur Geliebten nehmen, doch die weist ihn ab und wird von Wolf des Diebstahls an dem Schmuck bezichtigt und muß mit Valentin das Schloß verlassen. Dieser kehrt in seine Tischlerei zurück.

Amalies Vater verbietet seiner Tochter den Umgang mit Flottwell. Wolf spricht mit Amalie und sagt ihr, dass Flottwell bereits nach England gefahren ist.

Wolf versucht, das Liebespaar auseinanderzubringen, um Amalie näherzukommen. Der hinterhältige Kammerdiener geht anschließend zu Flottwell, um ihm das selbe zu sagen.
Julius fährt daraufhin nach London, muß jedoch sein ganzes Vermögen und Besitz zurücklassen, welcher in Wolfs Besitz übergeht.

20 Jahre später, Wolf denkt, Flottwell wäre schon tot, fürchtet aber seinen Fluch.

Flottwell kehrt in sein einstiges Heim zurück und triff dort auf einen Gärtner, der ihn nicht erkennt. Er erzählt ihm, dass jetzt Wolf Schlossherr ist und sein Vermögen von seinem ehemaligen Herrn Flottwell gestohlen hat.
Wolf kommt in den Garten und erzählt ihm, dass er ein gebrochener, kranker Mann ist. Wolf kehrt in sein Schloß zurück und Valentin kommt des Weges entlang. Er erkennt seinen ehemaligen Herrn und lädt ihn zu sich in seine Tischlerstube ein.

Bei dieser Gelegenheit singt Valentin das Hobellied.

Rosa spricht Flottwell auf den gestohlenen Schmuck an, der jedoch weiß nichts davon; Rosa will ihn aus dem Haus raus haben. Valentin überzeugt Rosa davon, den ex- Herrn bei sich aufzunehmen.

Flottwell trifft auf seinen Schutzengel Azur, als Bettler verkleidet. Er erkennt den Bettler anfänglich nicht. Erst als dieser ihn auf ein Vermögen anspricht, das der reiche Flottwell dem Bettler schenkte, kamen die Erinnerungen zurück. Azur gibt Flottwell das Vermögen zurück, mit der Bitte, vernünftiger mit dem Geld umzugehen, und es nicht zu verschwenden.

Plötzlich taucht Cheristiane aus dem Feenreich auf. Flottwell schwört ihr ewige Liebe, doch sie können erst dann zusammen sein, wo sich alle Geister begegnen.

 

© Ingrid Riedl

© Ingrid Riedl

Marlene Dietrich – No Angel – A Life of Marlene Dietrich. flv

http://www.youtube.com/watch?v=-HvkQhzhZJE

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