Kontroversielle Drogenpolitik

Der KONTROLLVERLUST

Ob das, was einen momentan befriedigt nun Arbeit, Sex, Glücksspiel, Internetsucht oder eine Extremsportart ist – so mancher Mensch verliert die Kontrolle über sein Verhalten und macht trotz schwerwiegender Konsequenzen weiter.

Zwanghafte Sportler werden z.B. auch dann noch weiter ihren Sport ausüben, wenn Knie, Knöchel oder (beim Boxkampf das Gehirn) schwere Schäden davongetragen haben.
Und wer die Dopingskandale liest, kann vielleicht nachempfinden, wie die Sucht nach Ruhm und Erfolg ausarten kann.

Die Zigarettenindustrie verweist aufgrund der Raucherkampagnen auf ihre ökonomische Bedeutung und zigtausend gefährdete Arbeitsplätze, während Mediziner, Politiker, Pädagogen immer mehr jüngere Raucher beklagen.

Die Ausweitung der Nichtraucherzonen ist in vielen sensiblen Bereichen des Miteinanderlebens unstreitig sinnvoll.
Aber es gibt – wie beim Alkohol – nicht nur die Sucht und den Missbrauch, nicht nur Krankheit und frühen Tod.

Es gibt hier auch den Genuss, die Lebenskultur.
Rauchen in Gesellschaft ist auch ohne Friedenspfeife ein versöhnlicher, oft anregender „Talk“.

Die sehr komplexen Interessenstrukturen, die innerhalb eines sich immer mehr ausdehnenden bürokratischen Apparates oder/und im Gegeneinander von Polizei und Drogenberatung, zwischen Ärzten und Therapeuten – im Zusammenspiel zwischen Polizisten und Abhängigen, zwischen Richtern, Bewährungshelfern und Elternkreisen aufscheinen, müssten nach kritischer Prüfung auch in eine „praktische Politik“ umzusetzen sein.

Solange Ärzte und medizinisches Personal, Politiker und Prominente ihre „Sucht“ öffentlich zur Schau stellen, wird auch der Heranwachsende kaum das Verständnis aufbringen, der Droge zu entsagen.

Der Konsum von Drogen diente schon zu Urzeiten als Vermittler zwischen Menschen und deren Erleben – dem Ritual und Rauschgefühl, wie der damit verbundenen Senkung der Hemmschwelle. Drogen gibt es viele. Legale und illegale. Und wer sich Drogen welcher Art auch immer beschaffen möchte, bekommt sie.

klick –> Stephan Quensel: Das Elend der Suchtprävention. Analyse – Kritik – Alternative
VS Verlag für Sozialwissenschaften (Wiesbaden) 2004. 358 Seiten. ISBN 978-3-531-14269-2. 29,90 EURO, CH: 52,20 sFr.

Der Mensch wird nicht von Drogen süchtig, sondern von ihrer Wirkung. Es sind Wirkungen, die veränderte Bewusstseinszustände hervorrufen – wie Befriedigung, Lethargie, Schläfrigkeit, Stimulation/Erregung, Leistungssteigerung oder halluzinogene Vorstellungen.

Auch wenn sich Wissenschaftler über die Ursachen und Behandlungsmethoden der Sucht streiten – einig sind sie sich überwiegend darin, dass der entscheidende Auslöser von Suchtverhalten ein zu schwach ausgeprägtes Selbstwertgefühl ist.
Auch eine gewisse Neigung zum EGOISMUS ist nicht auszuschließen, denn beim kleinsten Problem wird zur Droge – der „Ersatzbefriedigung“ gegriffen.
Um sich dann später – für seine SUCHT zu „entschuldigen“

Esssüchtige Menschen suchen „Erleichterung“ im hemmungslosen Genuss von Speisen.
Die Sexsucht wird mit Viagra gesteigert …

Die Sucht nach Schönheit und Makellosigkeit nimmt ebenso zu. Die plastische Chirurgie boomt.

Kulturhistorischer Abriss:

Lange bevor Chemiker in Göttingen 1828 im Tabak einen Schadstoff entdeckten, den sie nach dem französischen Diplomaten und Importeur Nicot benannten (der die indianische Pflanze allerdings für ein Heilmittel hielt), ließen türkische Sultane pfeifenqualmende Untertanen foltern und hinrichten.

Die Weltproduktion von Tabak betrug  (lt.Statistik UN) im Jahre 1970 – 4,7 Millionen Tonnen; an Wein 300 Mio. Hektoliter, an Bier 630 Mio.Hektoliter; an Zigaretten 2600 Mrd. Stück.

Wie Reglementierungen und Restriktionen verpuffen, zeigen beispielhaft das 16. und 17. Jahrhundert – eine Ära erbitterter Drogenauseinandersetzung in Europa.

Die bis dato größte Drogenkampagne, die König Jakob I. von England im Jahre 1603 – 1625 gegen den aus Amerika gerade eingeführten Tabak anzettelte, konnte den Siegeszug des „gottlosen Krauts“, wie der Tabak in der Alten Welt bezeichnet wurde, ebenso wenig aufhalten, wie die Tatsache, dass Rauchern von Tabak im 17.Jahrhundert, in Lüneburg – wie in der Türkei – die Hinrichtung drohte.

Sultan Murad der IV., Herrscher des Ottomanischen Reiches, verkündete um 1650 die Todesstrafe für Tabakrauchen: Wo auch immer der Sultan auf seinen Reisen und militärischen Expeditionen war, stieg die Zahl der Hinrichtungen entsetzlich an. Selbst auf dem Schlachtfeld liebte er es, seine Männer beim Rauchen zu ertappen und sie durch Enthaupten und Erhängen, Vierteilen oder Zerquetschen ihrer Hände und Füße zu betrafen …
Doch trotz all der Schrecken dieser Verfolgungen ließ die Leidenschaft für das Rauchen nie nach.[Edward E. Brecher etal., Licit and Illict Drugs; S 212]

Zar Michael von Russland verbot im Jahr 1634 das Trinken von Bier und Branntwein und bestrafte die Nichtachtung mit Exil und Folter.
Im Jahr 1691 wird in Lüneburg (Deutschland) das Tabakrauchen mit dem Tode bestraft.

Benjamin Rush veröffentlichte 1785 sein “Inquiry into the Effects of Ardent Spirits on the Human Body and Mind” in dem er den unmäßigen Alkoholgenuss als “Krankheit” bezeichnete und bezifferte die Zahl der jährlichen Todesopfer durch Alkoholismus mit „nicht unter 4000“, bei einer Gesamtbevölkerung – die damals unter 6 Millionen Bürger lag.
[Zitiert in: S.S.Rosenberg (Hrsg.) – Alcohol and Health, S. 26 ]
In den Vereinigten Staaten – und damit in aller Welt – wird 1882 das erste Gesetz erlassen, das „Mäßigkeitserziehung“ zum Pflichtfach an den öffentlichen Schulen erhebt.
1886 schreibt der Congress diesen Pflichtunterricht für den für den District of Columbia in Washington und alle Territorial- Heers- und Marineschulen vor. Im Jahr 1900 bestehen auch in allen anderen Bundesstaaten ähnliche Gesetze.

Die große Volksgruppe der Puritaner schaffte es zu Beginn des 20ten Jahrhunderts, Amerika im wahrsten Sinne des Wortes trocken zu legen. Zunächst wurde 1917 nur auf die Dauer der Kriegszeit die Produktion und der Besitz von alkoholischen Getränken verboten.
Nach dem Ende des Kriegs hielten sich einige Staaten daran (z.B.: Tennessee). Diese Staaten wurden auch die trockenen Staaten genannt.

1919 war es dann für die gesamten Vereinigten Staaten soweit. Die Prohibition verbot sämtlichen Verzehr von Alkohol. Sogar Bier war verboten. Der Volstead Act wurde 1920 im 18. Amendment zum Verfassungszusatz. Der Schmuggel an der großen amerikanischen Grenze blühte und die Schwarzbrennerei ebenso. Viele verstarben an dem selbst gebrannten Fusel.

In der heutigen „Konsumzwanggesellschaft“ – der Jagd nach immer mehr „Haben und Sein“, wissen die Menschen oft nicht mehr, wie sie mit ihrer Freizeit umgehen sollen – die sie sich so sehr ersehnt haben.

Familiäre, schulische, partnerschaftliche oder berufliche Probleme werden mit Alkohol (und illegalen Drogen) „weggespült“, was auch das Sturz-(KOMA) Trinken der Jugendlichen erklärt.
Cool-Draufsein ist „IN“.

Alkohol ist in vielen Lebenslagen der Durstlöscher, Angstlöser, Appetitanreger, Mut- und Muntermacher, Schlaf- Genuss- und Nahrungsmittel.

Der düstere Aspekt der Alkoholsucht zeigt sich des öfteren als Motiv für Aggression und Gewalttätigkeit. Wie viele Verbrechen auf das Konto von Alkoholikern gehen, ist ebenso wenig bekannt wie etwa die Zahl der prügelnden Ehemänner, der Sexualtäter, die sich vor der „Züchtigung“ ihrer Opfer Mut antrinken.

Mitunter können „Trunkenheitstäter“, die Kindesmisshandelnde Mutter – ebenso wie der „benebelte“ Vergewaltiger, mit milden Strafen rechnen.

Eigenverantwortung ist leider für viele ein Fremdwort.
Verbote schüren die Neugierde.
Ein Patentrezept wird es aber nicht geben.

Eine Vorbildwirkung kann jedoch einiges bewirken

Und was die so „verteufelten“ Alkopops betrifft: In den 60-er Jahren waren süße alkoholische Mixgetränke (Cocktails) – unter anderem. Frucade mit Eierlikör beliebt.
Heute wird mit Gin-Wodka- und Whiskeymixgetränken geworben und in der „feinen Gesellschaft der High Society“ gehört es dazu, diesem besonderen Genuss zu frönen.

„Sport statt Drogen“ wird immer wieder publiziert.

Weshalb werden, wie den Medien zu entnehmen ist, immer wieder Skandale aufgedeckt, wo Hochleistungssportler des Dopings mit EPO – Cera – der dritten Generation – das für Nieren- Krebs- und Leukämiekranke – indiziert ist – überführt wurden.
Wo sind die Hintermänner, die das Produkt der Pharmaindustrie heranschaffen, anbieten und letztendlich den Sportlern verabreichen ?

Dealer im weißen Kittel?

BBC Doku – Das Drogen ABC

>> Die Welt will betrogen sein, also werde sie betrogen. <<
Mundus vult decipi ergo decipiatur …

Und nicht wenige der Prominenten haben sich eine Line Kokain in ihre Nase gezogen.

Diskussionen über THC – Cannabis – Marihuana – Haschisch sind immer aktuell, aber diese „weiche“ Droge wird wohl kaum legalisiert werden, wodurch der „suchende“ Konsument in die Drogenszene gerät, wo auch harte Drogen und Designerdrogen verkauft werden.
Die Einstiegsdroge ist aber meist Alkohol und Tabak.

Zu den „halblegalen“ Drogen – z.T. rezeptfrei erhältlich, zählen Schmerz- Schlaf- Beruhigungsmittel, Codein (in Hustentropfen), Amphetamine u.a.m.

klick –> THC Pharm
Einerseits wird vor Cannabiskonsum gewarnt, andererseits wird medizinisch von der beruhigenden, durchblutungsfördernden, schmerzstillenden, entzündungshemmenden, entwässernden und appetitanregenden Wirkung gesprochen.

Und wenn behautet wird, dass Marihuana Psychosen auslöst, müßte erforscht werden, ob der Konsument nicht schon vor dem „Genuss“ gestört war, Alkohol oder andere Drogen konsumierte …
Dass der traditionell gerauchte Joint – mit Tabak vermischt – nicht gesund sein kann, liegt auf der Hand. Auch die Qualität der Pflanze oder vom Harz – dem Haschisch – ist auf dem Schwarzmarkt nicht prüfbar. Trotzdem wird dem „Ritual“ gefrönt und der „Gruppenzwang“, sowie ein paar Gläser Alkohol machen insbesondere Jungendliche „mutig“, das Verbotene auszuprobieren.

Gewalt, Mord und grausame Szenen wie in den Filmen ahmen bereits Schüler nach. Es ist zum Haareraufen.

klick –> http://www.youtube.com/watch?v=nP_7ZopT6oM&feature=relatedFrench Connection – Trailer – Gene Hackman
Die Geschichte handelt von den verdeckten Ermittlern „Popeye Doyle und „Cloudy Russo, die dem Drogendezernat von New York City angehören.
Die wahre Begebenheit beruht auf einem Zufall.

Auch da punktet die Doppelmoral.

Das von der THC Pharm GmbH in Deutschland eingeführte Dronabinol ist der Hauptinhaltsstoff aus dem Cannabis und wird als Rezeptur vom Apotheker in Form von Tropfen oder Kapseln individuell hergestellt.

Es ist daher gemäß § 2 Arzneimittelgesetz von der Zulassung für bestimmte Indikationen ausgenommen.

Schon Ende letzten Jahres hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die gesetzliche Krankenversicherung unter gewissen Umständen auch solche Therapien bezahlen muss, die keine Zulassung für eine bestimmte Indikation haben. Dies ist zum Beispiel in der Onkologie bei Kindern fast durchgehend der Fall, da es kaum speziell für Kinder zugelassene Krebstherapien gibt. Um dieser Unsicherheit vorzubeugen legte das oberste Gericht fest, dass die GKV die Kosten einer Behandlungsmethode übernehmen muss, wenn

– eine lebensbedrohliche oder regelmäßig tödliche Erkrankung vorliegt
– eine zugelassene Behandlungsmethode nicht zur Verfügung steht
– und eine „nicht ganz fern liegende Aussicht auf Heilung“ oder Linderung besteht

Zuletzt hatte der Fall des Potsdamer Arztes Knud Gastmeier für Aufsehen gesorgt, der Dronabinol an Auszehrung leidenden Krebspatienten verordnet hatte.

Nach Berichten der Potsdamer Neuesten Nachrichten wurden die Kosten stets übernommen, sofern der Patient verstarb. Als Gastmeier aber mit dem Medikament das Leben eines Patienten rettete, schickte ihm seine Krankenkasse, die AOK Sachsen Anhalt eine Regressforderung über 51.000 EUR.

Die THC Pharm GmbH hofft nun, dass lebensbedrohlich erkrankte und gleichzeitig austherapierte bzw. unter starken Nebenwirkungen leidende Patienten die Therapie erhalten, die Ihnen auch tatsächlich hilft. Eine Stellungnahme der AOK Brandenburg steht noch aus.

Über die THC Pharm GmbH

Die THC Pharm GmbH wurde vor 10 Jahren aus einer Patienteninitiative gegründet, um all jenen Patienten, die gute therapeutische Erfahrungen mit illegal konsumierten Marihuana oder Haschisch gemacht hatten, eine qualitativ bessere, gut dosierbare und besonders für Allergiker geeignete, legale Alternative zu bieten.

Nachdem es anfänglich nur schwer gelang, Dronabinol, den Hauptwirkstoff aus dem Cannabis als Therapie in Deutschland bekannt zu machen, bestätigen jüngste Forschungsergebnisse das Potenzial dieser Wirkstoffklasse.

Inzwischen gehören Medikamente auf Cannabisbasis zu den Schwerpunkten der pharmazeutischen Forschung im In- und Ausland.

Die THC Pharm GmbH, die neben dem Vertrieb von Dronabinol auch Serviceleistungen für die Industrie und Referenzsubstanzen anbietet, setzt dabei auf ein erstklassiges Forschungsteam und eine jahrzehntelange Erfahrung mit dem therapeutischen Potenzial von Cannabinoiden.

Erschrecken Sie nicht, aber jeder Mensch in Deutschland besitzt Drogen: Denn genau genommen fallen sogar bestimmte Gewürze unter die Definition „Droge“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Aber diese Drogen machen, in geringer Menge als Gewürz genutzt, nicht abhängig und sind daher nicht gefährlich.

Aber was ist Abhängigkeit genau? Und wie haben sich Drogen, allen voran der Alkohol, in unserer Kultur entwickelt?
Bei Planet-Wissen.de ist Interessantes über Gewürze, Kultur etc. zu lesen und wer im weiten Web sucht, findet erstaunlich viel …

Zu diesem Beitrag könnten noch unzählige Fakten hinzugefügt werden.
Aber das überlasse ich anderen, die konkret darüber nachdenken sollten, bevor sie in die Tasten greifen …

Im nächsten Beitrag: „Kunst und DROGE – Rausch und Erkenntnis.“ Autorin Ingrid Riedl Dr.

Veröffentlicht 1994  – im Kunstmagazin Palette

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